Kinderfreizeit München

Nachts im Museum

Warst du mal nachts im Museum? Ich schon. Aber nicht wie im Film, mit lebenden Figuren oder echten Dinosauriern. Sondern nicht so gefährlich aber genauso interessant und mit viel Spaß. Und das geht im Deutschen Museum in München. Das Museum hat ca. 50 Abteilungen und eine davon ist das Kerschensteiner Kolleg, in dem wir übernachteten.

Ich war in der Woche vor Ostern 6 Tage mit einer Jugendgruppe im Alter von 8-13 Jahren der DGhK im Kerschensteiner Kolleg. Vom Kolleg konnten wir durch einen geheimen Museumsgang direkt in die Pharmazieabteilung des Museums gehen. Oder über einen andern Gang direkt ins Restaurant. Normalerweise übernachten nur Erwachsene, die im Museum forschen wollen, im Kolleg. Wir sind eine der wenigen Jugendgruppen, die dort wohnen dürfen. Aber auch wir erforschten das Museum, allerdings mit etwas Hilfe von Experten und betreut durch Museumsangestellte.
Samstag ist der Anreisetag. Wir holen unsere Schlüssel beim Pförtner ab, beziehen unsere Zimmer und freuen uns auf die anderen Kinder. Dieses Jahr waren wir 17 Kinder. Am Sonntag organisiert die Gruppenleitung von der DGhK das Programm. Dieses Jahr waren wir in der BMW-Welt auf dem Junior-Campus. Wir bekamen Ingenieursausweise, lernten an vielen spannenden Stationen theoretisch und praktisch etwas über Autos und durften zum Schluss ein eigenes Modell-Auto bauen. Meine Gruppe baute ein Familienauto, welches dank der eingebauten Batterie auch wirklich fahren kann. Danach gingen wir auf den Fernsehturm. Da hatten wir eine tolle Aussicht über ganz München. Sogar das Deutsche Museum war zu sehen.

Am Montag begann das Museumsprogramm. Jeden Vormittag und Nachmittag gab es ca. drei Stunden Führungen oder praktische Übungen. Jedes Jahr beginnen wir mit einer Highlight-Führung in der wir etwa 8-10 Abteilungen kennen lernen. Montags nachmittags waren wir in der Papier- und Druckabteilung. Wir erfuhren wie man Papier schöpft und jeder durfte ein Blatt selbst schöpfen. Beim Drucken lernten wir sehr interessante Druckmaschinen kennen. Und damit wir wieder fit für den nächsten Tag sind, erholten wir uns beim Schwimmen in einem nahe gelegenen Schwimmbad. Wer nicht mit wollte, konnte sich im Aufenthaltsraum austoben oder spielen.

Am nächsten Tag bekamen wir einen Eindruck über die Geschichte der Rechenmaschinen und der Telekommunikation. Hier durften wir mit ganz alten Telefonen spielen, die die anderen Museumsbesucher nicht anfassen dürfen. Und dann kam der Höhepunkt des Tages: eine Führung durch die geheimen Gänge und Türen des Museums. Das war so interessant, dass sogar alle Eltern mitkamen. Wir durften in die Museumsbibliothek, gingen über Gänge zu einer Werkstatt, in der u.a. Ausstellungsmodelle gefertigt und restauriert werden. Es war sehr interessant zu erfahren, dass die Arbeiter sich so viel Mühe geben, dass sogar die Farben auf den Punkt genau passen. Ich habe bei der Führung völlig die Orientierung verloren. Erst wenn uns Herr Labisch durch eine geheime Tür in eine öffentliche Abteilung führte, wusste ich wieder wo ich war. Wir durften sogar auf den Aussichtturm, der zurzeit wegen Renovierungsarbeiten für Besucher geschlossen ist. Nach unserem wohlverdienten Planetariumsbesuch hatten wir dann Feierabend.

Am Mittwoch lernten wir sehr viele Instrumente kennen und durften auf sehr alten Instrumenten spielen. Am Nachmittag fuhren wir mit dem Museumsbus ins Verkehrszentrum. Dort zeigte man uns die Geschichte der Eisenbahn. Viele Züge wurden für uns in Gang gesetzt. Anschließend gab es eine simulierte Kutschenfahrt. Hier sollte eigentlich Schluss sein, aber wir wollten mehr. Also wurde uns noch eine alte Tram gezeigt, wir konnten per Simulator mit der S-Bahn durch Berlin fahren und wir waren noch am Autosimulator. Das war ein toller Tag. Da der letzte Museumsbus schon weg war, sind wir dann zu Fuß zurück ins Deutsche Museum. Alle waren am Abend erschöpft und ein bisschen traurig, da es schon unser letzter Abend war. Wir spielten noch unsere Lieblingsspiele und dann gingen wir noch einmal schwimmen. Donnerstag war schon der Abreisetag, aber wir hatten noch eine Vorführung: Flüssiger Stickstoff. Wisst ihr was flüssiger Stickstoff ist oder kann? Wenn nicht müsst ihr euch diese Vorführung ansehen. Besonders beeindruckend war es, als ein Angestellter einen in Stickstoff getunkten Keks gegessen hat und ihm weißer Dampf aus der Nase kam. In Deutschland gibt es nur sehr wenige, die das machen. Auch das Einfrieren der Seifenblasen mittels flüssigen Stickstoffs war sehr eindrucksvoll.

Nun war unser Programm zu Ende. Es war eine tolle Woche. Das Deutsche Museum hat sich wieder sehr viel Mühe mit uns gegeben. Wofür ich jedoch kaum Zeit hatte in dieser Woche war, mir das Museum auf eigene Faust anzusehen. Dafür entschädigte mich aber der Rest und nächstes Jahr werde ich wieder versuchen, dabei zu sein.

Katharina, 9 Jahre, 2012